Der Minister der Justiz und für Verbraucherschutz Dr. Helmut Martin besuchte die Justizvollzugsanstalt Wittlich. Dort tauschte er sich mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über die Herausforderungen im Justizvollzugsalltag aus und dankte Ihnen für ihren unermüdlichen Einsatz für den Justizvollzug und die Gesellschaft.
Während seines Besuchs besichtigte er unter anderem die Vollzugsabteilungen und die neue Pflegeabteilung der Justizvollzugsanstalt. Zudem besuchte er das Labor zur Detektion Neuer Psychoaktiver Substanzen (NPS). Dort ließ er sich den „IONSCAN 600“, ein mobiles Gerät mit einer speziellen Datenbank aus Rheinland-Pfalz zum Detektieren von NPS, zeigen.
Im Gespräch mit dem Leiter der Justizvollzugsanstalt Wittlich, Prof. Dr. Jörn Patzak, stand insbesondere das in der Anstalt praktizierte Übergangsmanagement im Mittelpunkt. Dieses bereitet die Gefangenen bereits während der Haft auf die Zeit nach ihrer Entlassung vor. Ziel ist es, ihnen den Weg zurück in ein straffreies Leben in Freiheit zu erleichtern.
Darüber hinaus erhielt der Staatsminister bei einem Einsatztraining einen unmittelbaren Eindruck von den Anforderungen und Herausforderungen, mit denen die Bediensteten im Arbeitsalltag konfrontiert sein können.
Staatsminister Dr. Martin: „Der Besuch hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig ein effizientes Übergangsmanagement für die erfolgreiche Wiedereingliederung von Gefangenen in die Gesellschaft ist und vor allem wie es zielgerichtet gemeinsam mit den anderen gesellschaftlichen Akteuren erfolgen kann. In der Justizvollzugsanstalt wird engagierte und wertvolle Arbeit geleistet. Mein besonderer Dank gilt dabei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die jeden Tag mit großem Engagement und hoher Verantwortung für einen sicheren und modernen Justizvollzug sorgen.“
Information:
Die Justizvollzugsanstalt Wittlich wurde in den Jahren 1897 bis 1902 als königlich preußisches Doppelgefängnis für Frauen und Männer errichtet und 1902 in Betrieb genommen.
In den Gebäuden des sog. „Weibergefängnisses“ wurde 1912 das erste preußische Jugendgefängnis als eigenständige Behörde eröffnet. Die Eigenständigkeit endete wieder im Jahr 1928, als die Jugendstrafanstalt mit dem Männergefängnis zu den „Gefangenenanstalten Wittlich“ zusammengelegt wurde. Seit 1974 ist die Jugendstrafanstalt wieder eine selbstständige Anstalt mit eigener Anstaltsleitung.
2005 begannen Bauarbeiten zur Erweiterung der Justizvollzugsanstalt Wittlich. In unmittelbarer Nähe des Altbaus entstanden eine Pforte, ein Haftgebäude, ein Justizvollzugskrankenhaus und ein Verwaltungsgebäude.
Im Jahr 2015 konnte ein neues Wirtschaftsgebäude in Betrieb genommen werden, worin sich Küche, Metzgerei, Bäckerei und Wäscherei befinden.
Der IONSCAN 600 mit der speziellen Datenbank aus Rheinland-Pfalz wird seit 2018 in der JVA Wittlich eingesetzt. Der Justizvollzug hat mit Suchtproblemen aller Art zu tun. Die sog. Neuen Psychoaktiven Substanzen (NPS) erweisen sich in diesem Zusammenhang als besonders problematisch. Sie können durch die herkömmlichen Untersuchungsmethoden nicht detektiert werden und verursachen einen erheblichen Kontrollaufwand. Das rheinland-pfälzische Projekt zur Detektierung von NPS im Justizvollzug mittels Ionenmobilitätsspektrometrie und landeseigener Datenbank setzt bundesweit und mittlerweile auch international Maßstäbe. Durch diesen Innovationsschub wird auch die Gefahr von Übergriffen gegenüber Bediensteten gesenkt. Alle deutschen Länder beteiligen sich mittlerweile. Auch die Niederlande, Luxemburg und Schweizer Kantone sind beigetreten.
Die Justizvollzugsanstalt verfügt derzeit einschließlich Justizvollzugskrankenhaus und der offenen Vollzugsabteilung im Gebäude des ehemaligen Kreiskrankenhauses Wittlich über 637 Haftplätze. In der JVA Wittlich sind insgesamt 408 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.
