Der Minister der Justiz und für Verbraucherschutz Dr. Helmut Martin hat die Justizvollzugsanstalt Frankenthal besucht, um sich unter anderem mit der Behördenleiterin Gundi Bäßler und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu aktuellen Fragen und Entwicklungen vor Ort auszutauschen.
Besonderes Augenmerk legte der Justizminister auf die täglichen Herausforderungen, denen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Justizvollzug stellen müssen. In einer persönlichen Gesprächsrunde mit Vertreterinnen und Vertretern der in der Anstalt tätigen Berufsgruppen dankte der Minister dem gesamten Team ausdrücklich für den unermüdlichen Einsatz.
Staatsminister Dr. Martin: „Der Justizvollzug ist eine tragende Säule eines funktionierenden Rechtsstaates, die in der Öffentlichkeit viel zu selten die verdiente Aufmerksamkeit erhält. Was die Kolleginnen und Kollegen in den Justizvollzugsanstalten unseres Landes tagtäglich leisten, verdient unseren höchsten Respekt. Dies ins Bewusstsein möglichst vieler zu rücken, ist mir ein wichtiges Anliegen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Justizvollzug sorgen für die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger; ein wichtiger Bestandteil ist hierbei die unverzichtbare Arbeit bei der Resozialisierung der Gefangenen. Dafür möchte ich den Bediensteten herzlich danken.“
Während des weiteren Rundgangs informierte sich der Minister über die verschiedenen Facetten des Justizvollzugs. Neben den unterschiedlichen Sicherheitsbereichen, den Hafträumen und dem Besuchsraum besichtigte Dr. Helmut Martin auch die interne Arztpraxis, wo er im Rahmen des dort laufenden Pilotprojekts Einblicke in die praktische Anwendung der Telemedizin gewinnen konnte. Mittels eines speziellen telemedizinisch nutzbaren Dermatoskops, konnte anhand der in Echtzeit übermittelten Bilder von der per Video zugeschalteten Ärztin eine dermatologische Untersuchung vorgenommen werden.
Staatsminister Martin: „Die Telemedizin ist eine wichtige Möglichkeit, um die medizinische Versorgung der Gefangenen zu verbessern, aber auch um ansonsten erforderlich werdende Ausführungen der Inhaftierten, die mit Sicherheitsrisiken und hohem Personalaufwand verbunden sind, zu vermeiden.“
Zum Hintergrund: Die Telemedizin wird seit Juli dieses Jahres in zwei rheinland-pfälzischen Justizvollzugsanstalten pilotiert. Hierfür kommen Untersuchungen in medizinischen Fachrichtungen, die keinen direkten physischen Kontakt zwischen Arzt und Patient erfordern, sowohl bei geplanten, als auch bei ungeplanten Fragestellungen in Betracht. Die Konsultationen der Gefangenen mit der Telemedizinärztin bzw. dem -arzt via Videotelefonie erfolgen jeweils unter Begleitung einer Mitarbeiterin bzw. eines Mitarbeiters der medizinischen Abteilung. Diese organisieren die Sprechstunde, assistieren dem Telemedizinarzt und führen anschließend auf Weisung Behandlungsmaßnahmen durch (z.B. Medikamentengabe, Salben etc.).
Information:
Die Justizvollzugsanstalt Frankenthal ist eine von zwölf Justizvollzugseinrichtungen des Landes Rheinland-Pfalz und eine von acht Justizvollzugsanstalten. Sie ist für den Vollzug der Freiheitsstrafe aus den drei Landgerichtsbezirken Frankenthal, Kaiserslautern und Landau zuständig. Die Straflänge kann bis zu 8 Jahre betragen. Weiter ist die JVA für Untersuchungshaft an männlichen Gefangenen aus den Landgerichtsbezirken Frankenthal und Kaiserslautern zuständig. Im geschlossenen Vollzug verfügt die JVA Frankenthal über 420 Haftplätze. Weiter stehen 19 Haftplätze im offenen Vollzug zur Verfügung.
Im Justizvollzug von Rheinland-Pfalz arbeiten rund 2.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In Rheinland-Pfalz gibt es im Land verteilt zwölf selbständige Justizvollzugseinrichtungen, darunter zwei Jugendstrafanstalten und eine Jugendarrestanstalt. Für die Aus- und Fortbildung der Justizvollzugsbediensteten sorgt eine eigene Justizvollzugsschule. Auch ein Justizvollzugskrankenhaus gehört zum Spektrum.
Weitere Informationen zur JVA Frankenthal finden Sie unter jvaft.justiz.rlp.de und auf dem Instagram-Kanal der JVA (@jva_frankenthal).
