Die KI-Anwendung eManuel erleichtert den Lern- und Arbeitsalltag in der Justiz. Mit der Eule als Erkennungszeichen unterstützt eManuel mittlerweile nicht nur die Anwenderinnen und Anwender der elektronischen Gerichtsakte, sondern auch mehr als 600 rheinland-pfälzische Rechtsreferendarinnen und -referendare bei der Vorbereitung auf das zweite juristische Staatsexamen.
Über einen eigenen Zugang können die Referendarinnen und Referendare eManuel Fragen aus dem Zivilprozessrecht stellen. Grundlage dafür sind mehr als 1.000 Seiten an landeseinheitlichen Lehrmaterialien. Diese wurden in Abstimmung mit den beiden Oberlandesgerichten der KI-Anwendung als Datengrundlage zur Verfügung gestellt. Damit unterscheidet sich die Anwendung von herkömmlichen KI-Angeboten: eManuel greift gezielt auf die für die juristische Ausbildung in Rheinland-Pfalz bereitgestellten, von der professionalisierten Referendariatskoordination der Oberlandesgerichte (RefKo) für das Referendariat erstellten Lehrmaterialien zurück. Die KI wird so zu einer zusätzlichen digitalen Lernhilfe, die die bestehenden juristischen Ausbildungsangebote ergänzt.
Doch die Eule unterstützt nicht nur beim Lernen. Auch im Arbeitsalltag der Justiz kann eManuel den Umgang mit der elektronischen Gerichtsakte erleichtern: Über einen Chat können die Anwenderinnen und Anwender Fragen zur Bedienung der elektronischen Akte stellen und erhalten entsprechende Hilfestellungen. Dies erleichtert den Einstieg in die Arbeit mit der elektronischen Akte und gibt auch in der regelmäßigen Nutzung schnell Orientierung, zum Beispiel bei selten auftretenden Arbeitsschritten.
„Die Digitalisierung der Justiz verändert den Arbeitsalltag. Unser Ziel muss deshalb sein, die Beschäftigten bei diesem Wandel bestmöglich zu unterstützen. Künstliche Intelligenz kann dabei ein hilfreiches modernes digitales Werkzeug sein – sowohl bei der Ausbildung des juristischen Nachwuchses als auch bei der täglichen Arbeit. Deshalb haben wir unter anderem eine KI-Werkstatt ins Leben gerufen, in der wir gemeinsam daran arbeiten, die Potenziale künstlicher Intelligenz für uns nutzbar zu machen. Dabei entwickeln wir kontinuierlich neue Anwendungen und verbessern bestehende Lösungen. Denn eine digitale Justiz ist eine leistungsfähigere Justiz“, so Staatsminister Dr. Martin.
Information:
„eManuel“ leitet sich ab von „electronic manual“ (englisch für elektronische Bedienungsanleitung). Langwieriges Suchen nach Lösungen für Fragen zur Nutzung der elektronischen Akte oder in Lehrmaterialien gehört dank des interaktiven Ansatzes von eManuel der Vergangenheit an.
Die Idee für eManuel entstand bei einem Besuch der eAkte-Entwickler am Landgericht Kaiserslautern. Dabei zeigte sich, dass viele Anwenderinnen und Anwender hilfreiche Funktionen und Arbeitsabläufe der elektronischen Akte noch nicht kannten. Gesucht wurde deshalb eine leicht zugängliche Möglichkeit, dieses Wissen unmittelbar im Arbeitsalltag bereitzustellen. Nach Entwicklung der Anwendung und erfolgreichen Tests können seit Anfang Mai 2026 alle Gerichte der ordentlichen Gerichtsbarkeit auf eManuel zugreifen. Im Sommer wurde eManuel zudem für mehr als 600 Rechtsreferendarinnen und Rechtsreferendare in Rheinland-Pfalz als Lernhilfe mit für die juristische Ausbildung in Rheinland-Pfalz erstellten Lehrmaterialien freigeschaltet.
