Bei seinem Antrittsbesuch beim Oberlandesgericht Koblenz sprach Staatsminister der Justiz und für Verbraucherschutz Dr. Helmut Martin mit dem Präsidenten des Oberlandesgerichts Thomas Henrichs, Vizepräsidenten Thomas Grünewald, der Geschäftsleiterin des Oberlandesgerichts sowie Vertretern aus Richterschaft und Personal über Personalfragen, die Gebäudesituation und die voranschreitende Digitalisierung.
Minister Dr. Martin: „Das Oberlandesgericht Koblenz steht nicht nur für eine enorm leistungsfähige, sondern auch für eine moderne Justiz. Nach der flächendeckenden Einführung der elektronischen Akte schreitet die Digitalisierung weiter voran. Der Einsatz Künstlicher Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten, die Arbeit der Justiz zu unterstützen – etwa bei der Recherche, der Strukturierung komplexer Sachverhalte oder der Optimierung von Arbeitsabläufen. Dabei gilt stets: KI kann die richterliche Entscheidung nicht ersetzen, wohl aber die Menschen entlasten, die täglich ihr verantwortungsvolles Amt ausüben. Ich freue mich daher sehr über das herausragende Engagement der KI-Werkstatt, einer fachbereichsübergreifenden Organisationseinheit, in der Mitarbeiter aus dem Ministerium gemeinsam mit Mitgliedern aus den verschiedenen Gerichtsbarkeiten und Berufsgruppen an zahlreichen KI-Projekten arbeiten, die den Arbeitsalltag in der Justiz erleichtern sollen. Beispielsweise wird an den beiden Oberlandesgerichten eine vom Oberlandesgericht Koblenz betriebene Anwendung zur digitalen Strukturierung und Analyse umfangreicher Gerichtsakten erprobt. Die durch solche Unterstützungen gewonnene Zeit kann effektiv in intensivere Fallprüfungen und die Betreuung von Bürgerinnen und Bürgern reinvestiert werden.“
„Besonders beeindruckt hat mich bei meinem Antrittsbesuch auch die hohe Professionalität, mit der das Oberlandesgericht Koblenz anspruchsvolle Staatsschutzverfahren bewältigt, die dort zentral für ganz Rheinland-Pfalz und das Saarland geführt werden. Diese Verfahren bedeuten einen enormen Organisationsaufwand – nicht zuletzt in personeller Hinsicht. Auch räumlich bringen diese Verfahren besondere Herausforderungen mit sich. Es freut mich daher ganz besonders, dass es gelungen ist, einen technisch hochmodernen Gerichtssaal mit einer Infrastruktur zu erschaffen, die diesen gesteigerten Anforderungen genügt, z. B. durch große Bildschirme, Dolmetscherkabinen, Akustikelemente und bauliche Schutzvorkehrungen für Zuschauer“ so Minister Dr. Martin weiter.
Information:
Das Oberlandesgericht Koblenz ist eines von zwei Oberlandesgerichten in Rheinland-Pfalz. Es ist zuständig für die Landgerichtsbezirke Koblenz, Mainz, Trier und Bad Kreuznach und die jeweils zugehörigen Amtsgerichte. Das Gericht, das seine Arbeit ursprünglich mit zwei Zivilsenaten und einem Strafsenat begann, hat heute 16 Zivilsenate, darunter vier Senate für Familiensachen und sechs Strafsenate. Etwa 80 Richterinnen und Richter sowie rund 130 Beamtinnen und Beamte und Justizbeschäftigte gehören dem Oberlandesgericht Koblenz an. An den Gerichten seines Bezirks arbeiten ca. 540 Richterinnen und Richter, rund 500 Rechtspflegerinnen und Rechtspfleger sowie über 1.500 weitere Beamtinnen und Beamte und Justizbeschäftigte. Im Sozialdienst der Justiz des Bezirks sind ca. 80 Bewährungshelferinnen und Bewährungshelfer tätig. Rund 100 Notarinnen und Notare haben ihren Amtssitz im Oberlandesgerichtsbezirk Koblenz. Ca. 3.300 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte sind dort zugelassen.

